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Gemüse anbauen im eigenen Garten: darüber berichtet in diesem Gastartikel unsere liebe Hobby-Gärtnerin Yvi. Begleite sie auf ihrer Reise und dem dem Weg zu einem erfüllenden und ausgleichenden Zeitvertreib. Ihre wertvollen Erfahrunngen teilt Yvi außerdem auf ihrem Profil auf Instagram, folge ihr dort gerne für noch mehr spannenden Tipps und Tricks.

Gemüse anbauen im eigenen Garten? Wie ich zur (Gemüse-) Gärtnerin wurde.  

Nun ja, eigentlich wollte ich vor 6 Jahren, als ich zu meinem Lebensgefährten in die Niederlande zog, nur gemütlich auf der Sonnenliege im Garten chillen, dabei Aperol Spritz trinken und mir die Sonne auf den Bauch scheinen lassen. So ein richtig großer Garten, sogar mit einem ca. 60 qm großen Gemüsebeet. In dem bis auf ein paar Kartoffel- und Erdbeerpflanzen, eher wenig angepflanzt war. Damals war alles noch vom Schwiegervater in Spe „bewirtschaftet“, weil der Platz eben da war. Dazu kam ein alter Apfelbaum, der Schatten spendete. Irgendwann hatte ich die glorreiche Idee, mich mal etwas einzubringen und schlug vor, zwischendurch Unkraut zu zupfen und im kommenden Frühjahr mitzuhelfen das Gemüsebeet umzugraben. Gesagt – Getan! Da haben die Herren nicht schlecht gestaunt. Denn anstatt zu jammern, dass mir die Arbeit zu schwer ist, hat es mir echt Spaß gemacht.

Das Gemüsebeet wurde von mir an einem Tag auf „unten/oben“ gedreht und der Kompost eingearbeitet. Auch das gelegentliche Unkraut ziehen, an sonnigen Tagen, nahm mit der Zeit geradezu meditative Züge an. Schon bald begangen sich die ersten Gedanken in meinem Kopf darum zu drehen, was man denn noch, außer Kartoffeln und 3 Reihen Erdbeeren, anpflanzen könnte! 

„Wer der Gartenleidenschaft verfiel ist noch nie geheilt worden“
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Karl Förster
(Zitat)
Gemüse anbauen im eigenen Garten

Gemüse im eigenen Garten anzubauen schafft Achtsamkeit und Ausgleich.

Besonders interessant ist, wie sich mein Blick auf die Pflanzen- und Tierwelt in den letzten Jahren verändert hat. Wenn ich Pflanzen sehe, versuche ich sie Pflanzfamilien zuzuordnen, oder informiere mich wie sie heißen und welche Blumen besonders geeignet sind, um Bienen oder Schmetterlinge anzulocken. Auf einmal gerät man nicht mehr in Panik, wenn eine Hornisse durch den Garten brummt. 

Man erkennt das große Ganze und freut sich, welche Tiere „plötzlich“ im Garten auftauchen. Auch die Mauerbienen, die vielen Vögel, die im Garten brüten und die Fledermäuse, die bei hereinbrechender Dunkelheit auf Beutejagt gehen, sind sicher nicht ohne Grund da. Darüber hinaus ist die Arbeit an der frischen Luft, zwischen all dem Grün, richtig gesund für Körper und Geist.

Gemüse anbauen ist gut für die Achtsamkeit

Im eigenen Garten etwas mit den eigenen Händen zu schaffen.

Gemüse im eigenen Garten anzubauen ist für mich mehr als ein Hobby. Man schafft etwas mit seinen eigenen Händen. Es ist nicht nur Fitness, Grobmotorik und Kraft gefragt, wie beim Umgraben oder Erde schleppen. Sondern auch Fingerfertigkeit und Detailarbeit, beispielsweise beim Aussäen von Gemüsesamen oder Ausputzen von Blüten. 

Selbst das Gedächtnis und die Koordination spielen eine wichtige Rolle beim Gemüse anbauen. Wo wurde was angepflanzt, wie organisiere ich mich, was ist wann zu tun? Die Gartenarbeit ist also eine ganzheitliche Aufgabe, die sehr gesund ist und die Achtsamkeit steigert.

Vorteile von des Gemüseanbaus im eigenen Garten.

Im Laufe der Zeit kam bei mir dann immer mehr dazu: mehr Beerenobst, mehr Obstbäume wie Pfirsich und Feige, verschiedene Kartoffelsorten. Gemüse welches nicht nur im Sommer gedeiht, wie Salate, Radieschen oder Spinat und natürlich das aller beste: ein kleines Gewächshaus. Hier dürfen sich die zarten Jungpflanzen im späten Frühjahr dann schon mal an das echte Leben draußen gewöhnen, bevor sie ins Beet umziehen und im Sommer wachsen darin Schlangengurken, Auberginen und Paprika. So habe ich mich stetig mehr eingearbeitet in die verschiedenen Bereiche. 

Beim Anbau des Gemüses auf das Saatgut achten.

Beim Anbau des eigenen Gemüses bin ich ein Fan von samenfesten, nachbaufähigen Biosorten geworden, da mir die Saatgutgewinnung wichtig ist. Sowie eine Vielfalt von besonderen Sorten, die keine chemisch gezüchteten Hybride sind. Und falls die Menschheit von heute auf morgen ausstirbt, werden sich wenigstens meine Gemüsepflanzen weiter vermehren und weiter fortbestehen. 

Aber auch bei mir gibt es Ausnahmen. Da man als Hobby-Gemüsegärtner*in logischerweise etwas ernten möchte, ist es manchmal eben sinnvoll speziell gezüchtete Hybridsorten (auch F1 Saatgut genannt) anzubauen. Bei mir sind es z.B. die Möhren, die haben eine Resistenz gegen die Zwiebelfliege, die sich leider nur schwer vertreiben lässt. Insektizide möchte ich bei meinem Gemüse nicht anwenden. 

Mischkultur, Frucht folge und wie ich mein eigenen Saatgut tausche.

Saatgut von Möhren nehme ich auch nicht selber, also geht das schon in Ordnung, finde ich. Zumindest von Tomaten, Paprika, Gurken, Kürbis, Blumen und Co sammel ich eigenes Saatgut ein. So wird der Kreislauf geschlossen und es spart Geld. Eine eigene kleine Sammlung aufzubauen macht echt Spaß und wenn man dann noch mit anderen Gärtnern*innen tauschen kann wird’s richtig interessant. 

Des Weiteren setzte ich auch auf Mischkultur sowie Fruchtfolge. Dabei geht es darum, welche Pflanzen gute Nachbarn voneinander sind, oder was aufeinander folgend angebaut werden kann. Gemüsepflanzen werden nämlich in Starkzehrer, sowie Mittel- und Schwachzehrer eingeteilt. Genau hinzuschauen, wie eine Pflanze aufwächst, sich entwickelt, sie pflegt und düngt, und schlussendlich beerntet, macht einen echt stolz. Es gibt einem etwas zurück. 

Gemüse anbauen im eigenen Garten ist gut für die Umwelt.

Die Vorteile vom eigenem Gemüse liegen auf der Hand: erntefrisches Gemüse mit mehr Inhaltsstoffen und mehr Geschmack. Ersparnis von CO² durch den Wegfall der Transportwege. Das Weglassen von chemischen Pflanzenschutzmitteln ist obendrein gesünder für die Tiere wie auch für den Menschen. Und nicht zuletzt: die Wertschätzung für das selbstangebaute Obst und Gemüse wächst.
Gemüse anbauen im eigenen Garten ist gut für die Umwelt

Im eigenen Garten Gemüse anzubauen ist ein unerschöpfliches Thema.

Zuerst habe ich angefangen Gartenbücher von meinen Eltern auszuleihen. Altes Gartenwissen neu entdeckt, sozusagen. Dazu kam selbstverständlich das Internet, Youtube aber auch Zeitschriften und ganz besonders der Austausch mit anderen Gärtnern*innen im Netz, wie auch in der Nachbarschaft! 

Es ist auch absolut ein Thema mit dem man wieder mit der älteren Generation in Austausch kommt. Wessen Oma hat nicht früher schon die Johannisbeeren aus dem Garten zu Gelee verarbeitet, oder Stachelbeertorte gebacken? Hier kann man sich ganz besondere Tipps holen und Anerkennung zurückgeben. Ich ziehe nun meine Gemüsepflanzen, wie bereits erwähnt, alle selber vor. Ebenso Nützlingspflanzen zur Beetumrandung, die dem Anlocken von Insekten dienen. Dazu zählen Tagetes, Kornblume, Ringelblume, Kapuzinerkresse oder Sonnenblumen. Das tolle daran: einige von Ihnen sind essbar und natürlich sind sie alle samenfest. 

Bodenbeschaffenheit und Düngung im eigenen Garten sind entscheidend.

Man kommt mit dem Wandel der Jahreszeiten vom einem zu anderen. Wie bereite ich das Beet vor, wie lagere ich das Saatgut, wie mache ich mein Obst und Gemüse haltbar, wie kann ich Kräuter trocknen? Oh, Marmelade, oder Aufgesetzter als Geschenkidee, -es müssen Rezeptideen her! Welcher Dünger eignet sich für was, wie kann ich ihn selbst herstellen? Jetzt rühre ich als einstiger Stadtmensch tatsächlich in stinkender Brennnesseljauche herum. 

Auch die Bodenbeschaffenheit spielt eine Rolle und sollte festgestellt werden. Mit einfachen PH-Tests aus dem Baumarkt lässt sich das recht leicht ermitteln. Und siehe da, wir haben hier perfekte Werte zum Anbau von Gemüse, dazu allerdings einen recht schweren Lehmboden, mit dem man aber arbeiten kann. Und dann natürlich die Frage: wann wird welches Gehölz wie geschnitten? Wassertriebe, Totholz, Tomaten ausgeizen, alles muss man im Blick haben und sich echt mit ziemlich vielem auskennen. Gerade das macht es aber so interessant. Der ein oder andere entwickelt sich dadurch vielleicht zum Rosenspezialisten oder zum absoluten Tomatenexperten!

„Wenn ich noch einmal auf die Welt komme, werde ich wieder Gärtner und das nächste mal auch noch. Den für ein einziges Leben ist dieser Beruf zu groß“
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Karl Förster
(Zitat)
Erntedank im eigenen Garten

Erntedank – die schönste Zeit im eigenen Garten.

Wenn dann zur Hochsaison, von Juni bis September, die gut gefüllten Erntekörbchen Tag für Tag ins Haus getragen werden, freue ich mich über die Vielfalt, dann weiß ich, wofür die ganze Arbeit gut war und bin dankbar!

Stolz werden Fotos gemacht und an Familie und Freunde verschickt, sowie in Socialmedia hochgeladen. Gerne verschenke ich auch, was ich zu viel habe, an Freunde und Familie. Weg geschmissen wird nichts! Ich achte wohl von vornherein, darauf nicht zu viel anzubauen, nur das was man wirklich verbrauchen kann.

Das ist dann echt die schönste Zeit im Jahr, wenn ich vorm Teller sitze und sagen kann: guck mal Schatz, das ist alles aus unserem Garten! Es wird herrlich frisch gekocht und ansonsten haltbar gemacht was geht.

Gemüse anbauen im eigenen Garten: pures Glück und Zufriedenheit.

Manche Freunde halten einen allerdings für verrückt und fragen: „Das du da Spaß dran hast den ganzen Tag im Garten rumzuackern!?“ (rheinländisch = schwere Arbeit verrichten) Aber für mich ist das keine Arbeit. Für mich ist Gartenarbeit Glück, Zufriedenheit, Ausgleich zum Beruf und ja, beim Unkraut zupfen kann man mega gut abschalten! Und wenn´s ein Gläschen selbstgemachte Erdbeer-Rhabarber-Marmelade für die Freunde gibt, sind sie dann doch froh!

Wertschätzung und Gartenfieber.

Einige Freunde konnte ich aber auch schon anstecken mit meinem Gartenfieber. Wieder wird die Welt ein Stückchen bunter. Die Wertschätzung und Anerkennung, die man durch Familie und Freunde erfährt, ist ebenfalls guttuend und macht glücklich. Selbstverständlich ist das alles auch in kleiner Form auf der Terrasse in Kübeln oder auf Balkonien möglich. Es gibt da mittlerweile sehr viele kreative Lösungen für Balkongemüsegärtner.

Auch auf der Fensterbank lassen sich Kräuter anbauen, die sich dann frisch  beim Kochen ernten lassen. Oder man wird Gartenpate und lässt sich ein Stück Land begründen, ganz bequem vom Sofa aus, z.B. bei www.naturpaten.eu und trägt somit zu nachhaltigem Artenschutz bei.

Warum das Gärtnern das ganze Jahr über glücklich macht.

Und dann kommt leider immer viel zu schnell die „dunkle Jahreszeit“. Zwischen November und Februar, wenn im Garten fast nichts zu tun ist, entsteht eine große Leere und man fällt in dieses Loch… Hach, von wegen! 
Zum einen lässt sich noch sehr gut von den eingemachten Gartenschätzen, wie Einlegegurken oder Rotkohl und Marmeladen zehren und sich daran erfreuen. Zum anderen werden jetzt die Anbaupläne fürs Gemüsebeet der kommenden Saison geschmiedet. Jetzt wird Saatgut bestellt oder getauscht, Resümees gezogen, was möchte ich im nächsten Jahr nicht mehr anpflanzen, was fehlt mir noch? 

Den Winter sinnvoll nutzen: den Gemüseanbau fürs nächste Jahr planen.

Mittlerweile baue ich bis zu 25 verschiedene Gemüse selber an, davon dann teilweise noch verschiedene Sorten. Im Winter hat man die Zeit eine verkümmerte Gartenecke neu zu planen, oder neue Themenbereiche auszuarbeiten: Schattengarten, Staudenbeet, Bienenwiese, neue Sitzecke, etc. All diese Überlegungen und Recherchen, welche Pflanzen wo einen guten Standort haben, wie viel Wasser sie brauchen, zueinander passen -optisch wie auch von ihren Bedürfnissen her, kann man sich in den Wintermonaten ganz in Ruhe machen. 

Ich lege mir dazu Beetzeichnungen und Tabellen oder Kalender an und lese mir neues Wissen an. Für das kommende Frühjahr habe ich dann einen ordentlichen Einkaufszettel fürs Gartencenter erstellt und kaufe nicht planlos drauf los was gerade blüht und gefällt. (Ok, manchmal rutscht dann doch spontan was dazwischen, es ist aber auch schwer zu widerstehen!) Ich male mir im Winter den Garten aus, in dem ich den Sommer verbringen möchte und freue mich darauf. Vorfreude ist bekanntlich die schönste Freude. Und dann, irgendwann im zeitigen Frühjahr, wenn es noch zu kalt ist, um draußen etwas zu tun, wird schon wieder auf der Fensterbank ausgesät. Schon bald wird es wärmer und die Tage wieder länger, man ist voller Tatendrang und das Gartenkribbeln beginnt aufs Neue!

„Auch ein kleiner Garten ist eine endlose Aufgabe“
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Karl Förster
(Zitat)

Wir bedanken uns bei Yvi für diesen tollen und spannenden Artikel. Besucht sie gerne auf Instagram und kommentiert diesen Beitrag fleißig. Gerne dürft ihr den Artikel auch auf social media teilen und eure Bekannten motivieren im eigenen Garten Gemüse anzubauen. Es lohnt sich!

Du hast Lust bekommen, aktiv zu werden oder möchtest mehr zum Thema Artenschutz lernen? Wir haben für dich weitere spannende Beiträge. Schau einmal hier:


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2 Kommentare zu „Gemüse anbauen im eigenen Garten“

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