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Bienen im Wohngebiet halten

Im heutigen Gastbeitrag berichtet Hobbyimkerin Friederike darüber wie es ist, Bienen im Wohngebiet zu halten. Du lernst aus Friederikes Erfahrungen und erfährst, wie Du selbst Schritt für Schritt zum eigenen Bienenvolk im Wohngebiet gelangst.

Liebe Friederike: vielen Dank für deinen spannenden Blogbeitrag und dein tolles Committment zum Schutz der Artenvielfalt. Die NaturPaten freuen sich, dass Du auch im Städtischen Bereich etwas für das lebendige Summen und Brummen tust.

Hallo, ich bin Friederike! Ich bin 35 Jahre alt leidenschaftlicher Marketeer und seit nunmehr 6 Jahren Bienen-Faszinierte und seit diesem Frühjahr Hobby Imkerin.

Ich halte meine Bienen auf unserer Garage mitten im Wohngebiet. Heute möchte ich euch die Bienenhaltung im Stadt- bzw. Wohngebiet erklären und zeigen, dass wir diesen wunderbaren Lebewesen fast überall Lebensraum schenken können.

Nahrungsangebot in der Stadt: Was Bienen im Wohngebiet finden.

Das Nahrungsangebot in Städten ist sehr üppig. Nicht nur prachtvoll begrünte Balkone und Innenhöfe bieten Bienen ein vielfältiges Nahrungsangebot. Vor allem Stadtparks, bepflanzte Verkehrsinseln, Kreisverkehre und Mittelstreifen sind kleine Insekten Eldorados.

Bienen im Wohnngebiet zu halten bedeutet Verantwortung.

Bevor man in die Bienenhaltung einsteigt, sollte man sich ein paar Gedanken gemacht haben. Denn Bienen bedeuten nicht nur Artenschutz sondern auch Verantwortung. Alles in allem ist es ein überschaubarer Arbeitsaufwand. Dennoch sollte man sich bewusst sein, dass der Rhythmus der Bienen einem die Fürsorge für die bestimmt.

„Mir haben in diesem Prozess der Vorbereitung Bücher wie das „1×1 des Imkerns“ vom Kosmos Verlag geholfen.“

Der Richtige Standort um Bienen im Wohngebiet zu halten.

Bienen im Wohngebiet halten: Behausung

Um Bienen in der Stadt zu halten, sollte man sich auch Gedanken über den Standort gemacht haben. Es gibt tolle Bienenbehausungen die man sogar am Balkongeländer anbringen kann. Wichtig ist in erster Hinsicht das es ein Platz ist der eher etwas ruhiger ist, wie ein Flachdach, Dachterrasse, Balkon oder eine ruhige Ecke eines Innenhofs.

„Bei mir war die Standortwahl recht einfach. Da wir ein gut zugängliches Garagendach haben, war klar, dass ich mein erstes Bienenvolk dort platziere.“

Nachbarn und Vermieter rechtzeitig informieren.

Ausrüstung um Bienen im Wohngebiet zu halten

Gute Nachricht vorweg! Rein rechtlich darf man in Deutschland Bienen wie Haustiere (Hund und Katze) auch in der Stadt halten, vorausgesetzt der Bebauungsplan sieht nichts anderes vor.

Des Weiteren sollte man die Vermieter informieren und noch wichtiger die Nachbarn. Oftmals bedarf es nur ein klein wenig Aufklärung und das Versprechen eines Glas Honig am Ende des Sommers, um die Nachbarn für sein Vorhaben zu begeistern.

„Die Nachbarn bei dem Vorhaben Bienen zu halten abzuholen ist aus meiner Sicht sehr wichtig. Es ist immer wieder spannend wie oft Bienen und Wespen verwechselt werden und wie leicht man Irrtümer über Bienen aus der Welt räumen kann.“

Hilfreicher Start um Bienen im Wohngebiet zu halten: Imkerkurse und -Paten

Es empfiehlt sich neben dem Einlesen der Basics einen Imkerkurs zu belegen. Im besten Fall nimmt man sich zudem einen Imkerpaten zur Seite. Das Imkern ist ein Hobby mit allerhand Lernprozessen, wo das Wissen eines erfahrenen Imkers einfach Gold wert ist, auch für das geschriebene und gesprochene Fachchinesisch.

„Es geht natürlich auch ohne Kurs, aber das ist sehr anstrengend und erfordert sehr viel Eigeninitiative. Mein Kurs beim örtlichen Imkerverein wurde abgesagt aufgrund von Corona. Allerdings hatte ich das große Glück zwei ganz tolle Imker an meiner Seite zu haben, die mir bei all meinen Fragen geholfen haben.“

Welche Behausung brauchen Bienen im Wohngebiet?

Ausrüstung um Bienen im Wohngebiet zu halten

Jetzt haben wir alles erledigt! Wir wissen wo unsere Bienen stehen sollen. Haben mit allen Leuten darüber gesprochen und die Erlaubnis eingeholt diese zu halten. Haben einen Kurs gemacht und einen Paten gefunden, der einen betreut. Jetzt geht es langsam ans Eingemachte.

In welcher Behausung sollen die Bienen wohnen? Hier ist ein vorgelagerter Imkerkurs sicher hilfreich, denn es gibt viele verschiedenen Behausungen für Bienen. In diesem Bereich empfiehlt sich ausführliche Recherche und Austausch mit anderen Imkern.

„Ich habe ca. 3 Monate intensiv recherchiert und bin am Ende bei den Einraumbeuten von Stadtbienen.org gelandet. Ich wollte Platz und Ressourcen sparend dieses Hobby angehen und mir wurde bei der Recherche klar, dass ich keinen Raum habe um x Aufbauten für Honigräume zu lagern.“

Das Schöne am Imkern, man braucht für den Anfang nicht viel Ausrüstung. Wie bei allen Hobbys kann man sich auch hier von wenig nach viel und von günstig bis teuer eindecken. Grundsätzlich braucht man für den Start nur einen Stockmeißel, einen Handbesen, einen Smoker, eine helle Jacke oder Overall, einen Schleier und gute Handschuhe.

„Ich hatte für meinen Start ein Starter-Set was total ausreichend war. Ich empfehle gute Handschuhe“

Zwei wichtige Schritte: Versicherung und Verterinäramt.

Bienen müssen immer beim Veterinäramt gemeldet werden, da es meldepflichtige Bienenkrankheiten in Deutschland gibt und diese von den jeweiligen Ämtern überwacht werden. Zudem empfiehlt es sich seine Bienen über die Privathaftpflicht mit zu versichern, in vielen Versicherungen ist dieser Schutz schon mit enthalten.

„Diese beiden Punkte klingen lästig und aufwendig, sind sie aber gar nicht. Bei mir hat es sich um zwei Anrufe und ein Ausfüllen eines Formulars gehandelt.“

Woher bekomme ich mein erstes Bienenvolk? 

Es gibt auch hier nicht die eine richtige Antwort, es gibt wie immer verschiedene Möglichkeiten.

Wenn man einem Imkerverein beigetreten ist, bekommt man dort auf jeden Fall gute Hilfestellung und vielleicht verkauft ja auch einer der Vereinskameraden ein Volk. Ansonsten findet man im Internet über Schwarmbörsen oder Kleinanzeigen-Plattformen verschiedenste Angebote. Ich habe bei einem Imker vor Ort ein aus dem Vorjahr nach gezüchtetes Volk gekauft. Der Preis hierfür betrug 150€. Was immer wichtig ist, dass die Bienen einen Gesundheitsnachweis haben.

Bienen im Wohngebiet: Das Ende der Ersten Saison

Bienenwabe

Bald ist meine erste Bienen Saison beendet und ich bin sehr glücklich über den Schritt in die Hobby Imkerei. Schon kommende Woche, also Mitte September, werde ich ein letztes Mal bei meinen Bienen reinschauen und sicherstellen, dass es ihnen gut geht und sie alles für den Winter haben.

Wer sich schon mal einlesen will in die Bienen Thematik, dem habe ich zwei Buch- und eine Hörbuch Empfehlung.

Bücher:  1×1 des Imkerns – Das Praxisbuch von Friedrich Pohl und Bienenhaltung in der Bienenbox – Ökologisch Imkern auf kleinstem Raum von Johannes Weber

Hörbuch: Imkern für Anfänger – Das Praxisbuch – Schritt für Schritt zum eigenen Bienenvolk von Joachim Schulte 

Und wer jetzt sogar schon so sehr motiviert ist und im kommenden Frühjahr loslegen möchte mit der Hobby Imkerei, sollte sich jetzt schon bei einem Imker Kurs anmelden. Die Kurse werden von den örtlichen Imkervereinen angeboten und sind meist sehr gefragt und schnell voll.

Fazit & Ausblick

Bienenhaltung im Wohngebiet bzw. in der Stadt ist eine geniale Sache. Für mich war es total wichtig die Bienen jeden Tag beobachten zu können. So konnte ich typische Anfängerfehler vermeiden und wusste auch ohne ständiges reinschauen in die Behausung, dass es ihnen gut geht.

Zudem gab es enorm positives Feedback von den Nachbarn und vorbei laufenden Passanten. Man kommt ins Gespräch und kann eventuelle Vorurteile aus dem Weg räumen bzw. das Image der Bienen enorm stärken.

Bienen und Menschen leben seit Millionen von Jahren Seite an Seite. Bestäubende Insekten und Bienen sind für über ein Drittel unserer Nahrungsmittel verantwortlich die wir täglich zu uns nehmen. Man vermutet das 80% von diesem Drittel der Honigbienen zuzuschreiben ist. Anhand dieser Zahl sieht man schon, wie wichtig die Bienen für unser aller Leben ist.

Bleibe mit der Autorin in Kontakt und tausche dich aus!

Bienen im Wohngebiet

Wenn ihr wissen wollt, was ich alles in meiner ersten Saison als Hobby Imkerin erlebt habe. Wie sich das Insekten Leben bei uns ums Rund ums Haus und in meiner Wahrnehmung verändert hat. Dann schaut hier wieder vorbei, denn es wird einen zweiten Teil zu Honig- und Wildbienen geben.

Wie jeder von euch einen Beitrag leisten kann, Diversität zu fördern indem ihr für diese fleißigen Wesen Lebensräume schafft, erfahrt Ihr auch auf meinem Instagram Account Bubble_Bienchen2020.

Bis bald, Eure Friederike


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